Ausweichführungsstelle (AFSt) Bad Berka

Fakten

Tarnname: "Rottdorf"

Jeder Bezirk der DDR betrieb wenigstens eine Ausweichführungsstelle (=Bunker). Teilweise (wie im Bezirk Erfurt) auch noch zusätzlich eine Reserveausweichführungsstelle. Es gab also (bei 15 Bezirken) über 20 solcher Bunker in der ehemaligen DDR, welche alle eine ähnliche Struktur aufweisen.


Grundsätzlich kann man sagen, dass solche Bunker die Einsatzfähigkeit des MfS der einzelnen Bezirke in einen Krisenfall (z. B. Krieg) sichern sollte. Welche konkreten lokalen Aufgaben der Bunker in Bad Berka zu erfüllen hatte, kann ich leider nicht sagen. Der Antrag auf Akteneinsicht beim BStU ist zwar gestellt, doch vergehen erfahrungsgemäß bis zu 3 Jahren, bis der Antrag bearbeitet wird.  So müssen wir uns mit allgemeinen Informationen begnügen.

 

Hier eine Vereinbarung wo links und rechts ist. Es ist eine Sache des Standpunktes.

Bunker wie der in Bad Berka trugen eine Typbezeichnung "2Vx". Jeder Bezirk der DDR betrieb solch einen Bunker als Einsatzzentrale für die Bezirksverwaltung des MfS in einen Spannungsfall. Die Bunker waren von gleicher Struktur und unterschieden sich hauptsächlich im Schleusenbereich. Dies wurde durch die Kürzel "2Va", "2Vb" und "2Vc"  deutlich gemacht.

Breite: ca. 37m

Länge: ca. 35m

Nutzfläche: ca. 750 m²

Personenzahl: ca. 150-180

Vorräte: ausreichend für ca. 14 Tage

 

   
Zu dem Bunker in Bad Berka gab es zwei Haupteingänge, welche durch rollbare Stahlplatten verschlossen werden konnten. Eine 2m breite Betontreppe führte ca. 6m in die Tiefe. Diese Haupteingänge befanden sich unter einer Baracke.

   

Der Bunker besteht aus 20 stollenartigen parallelen Räumen, die ca. 2m breit, 2,50m hoch und 16m lang sind. Zu den Gängen hin waren sie mit Türen verschlossen, auf denen Raumnummer und Funktion vermerkt waren. Insgesamt war der Bunker für ca. 150 Mann ausgelegt. Im Prinzip weist der Bunker eine gespiegelte Struktur auf. Die Netzersatzanlage, Elektroverteilung, Druckluftflaschen und Belüftungstechnik waren in jeder Bunkerhälfte vorhanden.

 

Der Bunker befand sich in einem Waldstück in Bad Berka direkt neben einem Wasserwerk. Und das war auch die Tarnung. Es sollte den Anschein nehmen, dass dieses Grundstück zur Wasserwirtschaft gehörte. Im Gelände selbst liefen Hunde zur Bewachung herum. Alles schien normal. Viele Spaziergänger gingen dort vorbei. Alles was man sehen konnte, war dieses Tor und Haus. Das war der Haupteingang zum Bunkergelände. Stets standen in der Einfahrt Fahrzeuge mit Erfurter Kennzeichen. Selbst die Baracke, unter welcher sich die Bunkereingänge befanden, konnte man nicht sehen

 

Die Inbetriebnahme des Bunkers war höchstwahrscheinlich im Jahr 1984.

Das Objekt wurde (leider) im Jahr 2000 versiegelt. Es entwickelte sich in den Jahren als Abendteuerspielplatz und als ein Ort, an dem man Aggressionen in Zerstörung umsetzten konnte. 

 

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